Unsere Tibet Terrier gibt es in in fast allen möglichen Fellfarben. Dabei sind sie nicht nur einfarbig, sondern durch kleinere oder größere farbige Abzeichen, verschiedene Schattierungen, unterschiedliche Farbintensität bzw. Aufhellungen, schaut fast jeder Hund ein wenig anders aus. Diese Farbvielfalt ist spannend und zugleich faszinierend, manchmal verwirrend und es stellen sich Fragen wie:
- Was ist eigentlich “Zobel” ?
- Wieso ist ein weißer Tibet Terrier von der Grundfarbe her nicht weiß ?
- Gibt es auch blonde und champagnerfarbenen Welpen ?
- Ist ein grauer Tibet Terrier schon ein alter Hund ?
- Was ist Schokoladenbraun und Rauchfarben ?
- Und blaue Tibet Terrier gibt es auch ?
- Was ist ein tricolorfarbener Hund ?
- Wieso steht in der Ahnentafel zobel, wo er doch eigentlich grau ist ?
- Ist creme- und goldfarben eigentlich dasselbe ?
- Und was versteht man unter Abzeichen ?
Nicht jede Frage lässt sich so einfach beantworten, hierfür muss man die Hintergründe der Farbvererbung genauer analysieren. Dies ist recht kompliziert und umfangreich, daher soll dies in einem separaten Artikel behandelt werden. Hier nun zunächst eine Übersicht der Fellfarben unserer Tibet Terrier, die es in zig Farbtönungen und Kombinationen gibt, so dass letztlich beinahe jeder Hund einzigartig in seiner Erscheinung ist.
Schwarz
Dies ist eine der Grundfarben beim Tibet Terrier. Die Genetiker von der Stanford University in Kalifornien haben erst 2007 ein neues Gen entdeckt, welches für die schwarze Fellfarbe verantwortlich ist. Das ist wirklich eine kleine Revolution!
Einige Farbbeispiele:
“Black is Beauty” – doch tiefschwarze Hunde, die es über die Jahre hinweg auch bleiben, sind relativ selten. Das liegt daran, dass es neben den 3 Genserien für die Grundfarben das Hundes noch 7 weitere Genloci gibt, die die Grundfarben (schwarzes Haar oder rotes Haar) beeinflussen.
Auch diese Hunde sind von schwarzer Grundfarbe, welche jedoch durch mindestens ein, meistens mehrere solcher rezessiven Gene verändert wurde. Dies können kleine bis größere weiße Abzeichen sein, manche werden zusätzlich grau bis hin zu hellem silber:
Zobel
Unter “zobel” versteht man einen goldfarbenen Haarton (hell bis dunkel), wobei das Haar zusätzlich schwarze Haare & Schattierungen zeigt. Diese reichen von minimalen schwarzen Haarspitzen bis hin zu einer ziemlich dunklen Tönung, vor allem im Rückenbereich. Viele haben zusätzlich eine schwarze Gesichtsmaske. Die Farbe zobel scheint sich bei fast jedem Hund neu zu erfinden – schier unerschöpflich sind die Farbnuancen, welche sich selbst mit dem älter werden des Hundes noch verändert. Dies ist sicher ein ganz besonderer Reiz dieser Farbe.
Black und tan
“Black & tan” ist die englische Bezeichnung für “schwarz und loh”, wobei die (loh-)goldfarbenen Bereiche an den Beinen, Po & Rutenansatz, sowie im Kopfbereich sind. Manchmal muss man schon sehr genau hinschauen, denn es gibt Hunde mit nur ganz wenig goldenen Haaren an den Pfoten und der Rute, sowie zwei Punkten über den Augen. Auch diese Farbe kann durch andere Gene in den schwarzen und tanfarbenen Bereichen beeinflusst werden (Aufhellungen, Grautöne) und natürlich weiße Abzeichen von minimal bis riesig groß.
Die goldfarbenen “Stiefel” wirken bei unseren Tibet Terriern besonders toll, hinzu kommt die goldene Farbe an Kopf und Rute. Das schaut sehr attraktiv aus und daher findet diese Farbe immer seine Liebhaber. Bei einem Hund, der von der Grundfarbe her Black & tan ist und dazu sehr viel weiß hat, spricht man von Tricolor (dreifarbig).
Anmerkung: Die Farbbezeichnung “Schwarz mit zobelfarbenen Abzeichen”, wie sie manchmal gebraucht wird, ist nicht korrekt.
Goldfarbene Tibet Terrier
unterscheiden sich zu (gold-)zobelfarbenen Hunden darin, dass sie kein einziges schwarzes Haar haben. Das rezessive Gen der Extension-Serie bewirkt, dass die schwarzen Farbpigmente im Haar unterdrückt werden und daher nur das goldene Farbpigment sichtbar ist (hellgold (falb) bis tiefrot möglich).
..
..
Bei einem erwachsenen Hund ist es manchmal schwierig zu sagen, ob er gold oder zobel ist, da die schwarzen Haare (oder Haarspitzen) bei zobelfarbenen Hunden mit dem Haarwachstum ganz verschwinden können. Da hilft nur ein Blick auf das Welpenfoto, denn zobelfarbene Hunde zeigen zur Geburt immer schwarzes Pigment in einzelnen Haaren (sehen dunkel aus), ein goldfarbener Hund wird auch rein-gold geboren (kein schwarzes Haar sichtbar).
Cremefarbene Hunde
sind, wie der Name schon sagt, immer sehr hell im Fell (daher auch umgangssprachlich die Bezeichnung blond, weizen oder champagnerfarben). Diese Farbe wird jedoch genetisch von einem anderen Gen beeinflusst als die Bildung von goldfarbenen Fell. Auch hier gibt es kein schwarzes Haar, ein Allel der Chinchilla-Serie hellt jedoch das goldene Farbpigment im Haar in einen hellen Cremeton auf.
Bei rein goldenen und cremefarbenen Hunden kann das Pigment an Nase, Augen und Pfoten (genetisch bedingt) aufgehellt sein. Dies ist zwar lt. Standard nicht erwünscht, sollte aber nicht alleiniger Grund sein diese Hunde nicht zur Zucht zuzulassen, sondern immer im Verhältnis zur Gesamtqualität des Hundes bewertet werden. Bei einer Zuchtverwendung muss bei der Wahl des Partners natürlich auf schwarze Pigmentierung geachtet werden.
Rein weißes Fell
Weiß ist keine Grundfarbe bei unseren Hunden. Wie eben gesehen, können alle Farbschläge unserer TTs kleine bis größere weiße Abzeichen zeigen. Erst wenn der Hund von Vater und Mutter das rezessivste Gen der “Weiß-Scheckungs-Serie” erbt, kann die Weißausdehnung so groß werden, dass die Grundfarbe des Hundes vollständig überdeckt wird. Rein weiße Hunde sind sehr selten, meist sind ganz kleine farbige Abzeichen zu sehen.
Interessant ist zu beobachten, dass weiße Hunde, deren Grundfarbe schwarz ist, ein ganz sauberes Weiß zeigen (”schneeweiß”), Hunde mit der Grundfarbe zobel haben hingegen ein etwas “gelbstichiges” Weiß.
.
Hier gilt es für Zuchtwarte bei der Wurfabnahme genau hinzuschauen! Die Abzeichen bei diesem weißen Welpen sind black & tan! Die wenigen tan-farbenen Haare sind manchmal nur schwer zu erkennen, sollten aber nicht vernachlässigt werden. Denn für die Analyse der Farbvererbung eines Zuchthundes ist es wichtig, die Grundfarbe (und die ist nun mal nicht weiß) zu wissen und genau zu definieren.
Braune Tibet Terrier
Laut Rassestandard ist braun eine Fehlfarbe und somit werden diese Hunde nicht zur Zucht zugelassen. Aber selbst in Tibet gab und gibt es braune Tibet Terrier. Warum diese Farbe als fehlerhaft eingestuft wurde, wissen wir nicht. Möglich wäre der Denkansatz, dass man Anfang des Jahrhunderts noch davon ausging, dass Hunde mit dem Verlust des schwarzen Pigmentes anfälliger für Krankheiten sind und sie deshalb selektiert wurden. Heute weiß man, dass dies nicht so ist. Ab und an haben Züchter einen braunen Welpen im Wurf und finden immer ihre Liebhaber.
..
..
Erbt ein Welpe das rezessive Gen der Schwarz-Serie von Vater und Mutter bewirkt dies, dass die Bildung von schwarzen Farbpigment nicht möglich ist.
Hinweis: Es gibt schwarze Hunde, deren Farbe bräunlich ist, besonders wenn ihnen die Sonne auf das Fell scheint. Dies ist keine Fehlfarbe, solange das Pigment schwarz ist (am besten an der Nase zu erkennen).
.
.
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Die Farbvielfalt unserer Tibet Terrier ist schon etwas tolles und sehr reizvoll, besonders für Züchter, die nie genau vorhersagen können, welche Farben die Welpen eines zu erwartenden Wurfes haben werden. Und natürlich hat jeder, Züchter wie Welpeninteressent, eine gewisse Vorliebe für eine spezielle Farbe. Das ist verständlich und auch gut so.
Die “Erfüllung” bestimmter Farbwünsche beeinflusst auch das Zuchtgeschehen. Wir alle kennen die Problematik von sogenannten “Modehunden” bei anderen Rassen und deren Folgen. Beim Tibet Terrier sind auffallende Farben wie zobel und schwarz-weiß sehr beliebt. Eine von Frau Bauck erstellte Statistik (KTR Zuchtbuch) belegt, dass in den 70er Jahren knapp 70% der Welpen schwarz waren, und nur 8 % zobel. Inzwischen sind fast 40 % der Welpen zobel. Tendenz steigend…?? Hoffentlich nicht, denn wir brauchen alle Farben beim Tibet Terrier, denn ohne genetische Vielfalt ist eine Zucht gesunder Hunde auf Dauer nicht möglich.
Im Interesse der Rasse und der Erhaltung ihrer Ursprünglichkeit und Vitalität sollte Farbe deshalb niemals oberste Priorität bei der Auswahl eines Deckrüden für die Zuchthündin haben, noch sollten Welpenkäufer die Erfüllung ihres Farbtraumes allen anderen Kriterien bei der Suche nach ihrem Welpen überordnen. Einen guten Züchter erkennt man nicht an hübschen bunten Welpen, sondern er verfügt über große Sachkenntnis zur Rasse und deren Gesundheit, hat optimale Haltungs- und Aufzuchtbedingungen und bemüht sich die Welpen auf unterschiedlichste Umweltreize zu prägen und sie bestens zu sozialisieren. Dem Glück mit einem Tibet Terrier steht dann keine Farbe im Wege…
–






























