Reitbegleithund

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Lisa Hinkers mit ihrem Tibet Terrier ChimpuDer Tibet Terrier als Reitbegleithund ??

ein Artikel von Lisa Hinkers, Besitzerin von TT Rüde Chimpu, Website: www.chimpu.de

Pferdefreunde sind meist auch Hundefreunde. Hunde und Pferde verstehen sich normalerweise gut, kommen prima miteinander aus und erkennen sich gegenseitig. Das Pferd erkennt „seinen“ Hund oft schon am Bellen und ein Hund findet „sein“ Pferd auf der Koppel oft schon von weitem, auch wenn sich eine ganze Herde dort tummelt.

Bis dies soweit ist, sollte man als Tierbesitzer allerdings eine gewisse Vorsicht walten lassen und in der Gewöhnungszeit Hund und Pferd genau beobachten, damit es nicht zu Unfällen kommt. Ein Huftritt kann beim Hund sehr schlimme Verletzungen verursachen. Auch Hunde können Pferden gefährlich werden, nicht nur durch Bisse, sondern auch wenn sie Pferde durch ihr Verhalten so erschrecken, dass das Pferd beim Scheuen vor dem Hund sich selbst verletzt. Oft sind Pferde auch von Natur aus misstrauisch gegenüber Hunden eingestellt und manchmal bricht bei Pferden der Urinstinkt der Angst vor Wölfen durch.

Pferde und Hunde haben nämlich einen ganz wesentlichen Unterschied, der schnell auf den Punkt gebracht werden kann: die einen werden gefressen, die anderen fressen.

Spaß und Erholung: Gemeinsamer Ausritt durch den WaldPferde und Hunde haben aber auch Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel das Leben in einer sozial strukturierten Gruppe (Rudel/Herde), das strenge Rangordnungsprinzip und die Orientierung an einem Leittier. Zudem gehören Pferde und Hunden in den Augen vieler Reiter zusammen.

Als Reiter und Hundebesitzer ist man allerdings oft in einem Dilemma: soll ich etwas mit dem Pferd oder lieber mit dem Hund unternehmen ? Oder geht das auch mit beiden ?

So hatte auch ich mir immer schon gewünscht, mit meiner Stute Gina und unserem Tibet Terrier Chimpu gemeinsam in der Natur unterwegs zu sein. Es gibt kaum etwas Schöneres, als mit dem Pferd in freier Natur auszureiten – und das in Begleitung eines verlässlichen Hundes! Mitlaufen bei Ausritten ist dabei eine tolle Möglichkeit, dem Bewegungsdrang eines Hundes gerecht zu werden.

Wir gehören zusammen !Chimpu wurde schon als kleiner Welpe und von Anfang an mit zum Reitstall genommen. Da konnte er – erst mal auf unserem Arm – erste Bekanntschaft mit den für ihn riesigen Tieren machen, denen er auch schon mal spontan über die Nüstern leckte.

Chimpu ging schon immer total gerne mit zum Reitstall, nicht nur wegen der Pferde, sondern vor allem wegen der vielen lieben Menschen, den anderen Hunden, den Katzen, den Kaninchen … .

Chimpu will – wie wohl alle Tibeter – einfach immer nur mit dabei sein und hat auch schon mal eine ganze Reitstunde eingekuschelt in meine Reitjacke verschlafen.

Auch wenn er mal wegen eigentlich viel zu schlechten Wetters zu Hause bleiben soll, merkt er sofort, wenn ich meine Reithose anziehe, und weicht mir dann nicht mehr von der Seite, dass ich es nicht übers Herz bringe, ihn zuhause zu lassen.

Aber Mitlaufen am Pferd ?? Kann das gut gehen ??

Erste Versuche, Chimpu auf einem Spaziergang mit einem Pony mitzunehmen, endeten in einer kleinen Katastrophe. Obwohl Chimpu an der Leine und das Pony am Halfter geführt wurde, schaffte er es, so unglücklich unter das Pony zu wuseln, dass dieses ihm auf einen der hinteren Zehen treten konnte … die Folge war dann, dass er ein paar Tage nur auf drei Beinen laufen konnte. Damit war dann auch das Thema Reitbegleithund erst mal gestorben.

Erst sehr viel später wagte ich einen neuen Versuch, Chimpu am Pferd mitzunehmen. Zunächst unternahmen wir wieder lange gemeinsame Spaziergänge, dabei führte ich das Pferd rechts und Chimpu links von mir. Für den ersten Ausritt mit Chimpu lieh ich mir sicherheitshalber von einer Freundin ihren alten und sehr ruhigen Wallach.

Die erste Überraschung erlebte ich dann gleich nach dem Aufsteigen auf das Pferd. Ich erkannte nämlich Chimpu, der sonst ziemlich gut hört, nicht wieder. Selbst einfachste Kommandos wie „Sitz“ oder „Komm“ wurden vollkommen ignoriert. Bevor es also losging in den Wald zu einem ersten Ausritt, war wieder Hundeschule „vom Pferd“ und auf unserem umzäunten Reitplatz angesagt.

Erst als das einigermaßen klappte, trauten wir uns in die freie Natur und da erst mal in eine Gegend, in der kein Autoverkehr herrscht und ich den Jagdberechtigten, den ich vorher informiert hatte, gut kenne.

Mittlerweile ist Chimpu soweit, dass er bei entsprechender – nicht zu warmer Witterung – abends für eine Stunde einen flotten Schritt-Trabausritt mitmachen kann.

Chimpu und Haflingerstute Sterina - die Uebungen geben Sicherheit beim Ausritt ... Gemeinsamer Ausritt - einfach herrlich...

Grundvoraussetzungen

Wer plant, seinen Tibet Terrier am Pferd mit ins Gelände zu nehmen, sollte folgende Grundvoraussetzungen beachten:

Gesundheit & Alter:

Selbstverständlich sollte ein potentieller Reitbegleithund absolut gesund und fit sein, außerdem mindestens 10-12 Monate alt. Für jüngere, noch im Wachstum befindliche Hunde ist die Belastung für Knochen und Bänder bei diesem “Ausdauersport” zu groß (ebenso sollte man auch Mitlaufen beim Joggen oder Radtouren nicht schon von Junghunden verlangen).

Gehorsam:

Am wichtigsten ist es, dass der Hund sich in wirklich jeder Situation zurückrufen lässt, auch wenn z.B. flüchtendes Wild den Weg kreuzt oder andere Hunde entgegenkommen. Klappt der Grundgehorsam sicher, müssen die einzelnen Kommandos (z.B. Stopp an einer Straße, enges Laufen neben dem Pferd, Herankommen zum An- oder Ableinen, Sitz, Platz) auch vom Pferd aus geübt werden.

Sozialverhalten:

Nicht selten trifft man auf einem Ausritt Spaziergänger, Jogger, fremde Hunde, andere Reiter etc., man kommt z.B. an Kuhweiden oder Schafherden vorbei, den freilaufenden Hühner des Nachbarhofs. Eigentlich selbstverständlich, dass ein Reitbegleithund nicht nur gehorsam, sondern auch verträglich mit allen möglichen Lebewesen sein sollte.

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Artikel: Der Tibet Terrier

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