Check-up zuhause

“Kleine Ursache – große (Aus-)Wirkung” – Das muss nicht sein, vor allem nicht wenn es um die Gesundheit ihres Hundes geht. Vorbeugend können Sie eine Menge tun. Durch aufmerksames Beobachten werden Sie bald genau wissen, wie ihr Tibet Terrier bei Spaziergängen läuft, wie oft er seine kleinen und großen Geschäfte erledigt, wie (auch wie ausdauernd) er spielt, wie sein Verhalten beim Fressen ist und wie viel er durchschnittlich trinkt. Veränderungen in diesen Verhaltensweisen sind oft erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt.

Gesunde spielende Tibet Terrier
Wir fühlen uns richtig wohl… Zwei junge Tibet Terrier beim ausgelassenen Spiel

Jede Woche einmal von Kopf bis Pfote kontrollieren

Diese kleine Untersuchung ihres Hundes dauert höchstens 5-10 Minuten. Machen Sie daraus ein kleines Ritual: entweder als separate Übung (unterstützt gleichzeitig den Bindungsaufbau) oder in Verbindung mit der Fellpflege.

Von Natur aus lassen sich Tiere nicht gern an ihren Sinnes- und Tastorganen berühren. Beginnen Sie daher sehr behutsam und ruhig. Erste Schritte sind lediglich ein sanftes Berühren von Ohren, Lefzen, dem Bereich um die Augen. Streichen Sie ihm dann langsam vom Körper über die Läufe bis hin zu den Pfoten. Üben Sie dies abwechselnd im Sitzen und im Liegen. Bleibt ihr Hund hierbei entspannt, loben Sie ihn! Zwingen Sie ihn zu nichts. Mit dem Argument “Mein Hund hält nie still” machen Sie sich selbst etwas vor. Jeder Hund kann dies lernen – viele mögen es sogar, denn es hat mit Vertrauen und Zuwendung zu tun. Der Fehler liegt meist darin, dass man erst dann seinen Hund näher in Augenschein nimmt, wenn er sich unwohl fühlt. Da Sie jetzt etwas mit ihm tun, woran er nicht gewohnt ist, wird er zusätzlich verunsicht und wird aufgeregt sein. Ein Hund, dem die “Untersuchungen” vertraut sind, wird auch beim Tierarzt ruhiger und entspannter sein.

Dies können Sie gut selbst kontrollieren:

………………….Regelmäßiger Check-up…………..

1 – Ohren:

  • Das Risiko einer Ohrinfektion ist auf Grund der Hängeohren und Behaarung erhöht, besonders im Sommer bei hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit.
  • Das gesunde Ohr ist rosa, sauber und geruchlos.
  • Ein wenig dunkler, schmalzartiger Belag ist nicht krankhaft und bedeutet meist nur, dass das Ohr gereinigt werden muss. Geben Sie flüssigen Ohrreiniger in den Gehörgang (z.B. Penochron, Epi-Otic) und massieren es “pumpend ” 2-3 min von außen. Mit einem weichen Zellstoff-Tuch (drehen sie einen Zipfel) oder Wattebausch können Sie anschließend die Ohrmuschel säubern (keinesfalls mit dem Wattestäbchen in den Gehörgang!).
  • Vernachlässigen Sie nie die Kontrolle und Reinigung, denn die Folge kann schnell eine Ohrentzündung (Otitis) sein. Im Anfangsstadium ist eine Otitis noch gut behandelbar (bei meinen TTs wirkt “Surolan” immer sehr gut). Doch wenn sie nicht sofort vom TA behandelt wird, kann sie chronisch werden, was oft mit monatelangen starken Schmerzen für ihren Hund verbunden ist! Außerdem kann das Hörvermögen dauerhaft geschädigt werden.
  • Scheint der Gehörgang gesund und der Hund kratzt sich außen am Ohr, können Milben oder eine Allergie Auslöser sein.

Soll man die Haare aus dem Gehörgang zupfen? Bei einer Infektion sicherlich JA. Bei einem gesunden Ohr – da scheiden sich die Geister. Ich persönlich tue es nur “etwas” und entscheide von Hund zu Hund. Bei sehr dichtem Haarwuchs im Gehörgang wird der Abfluss des normalen Ohrschmalzes verhindert. Deshalb müssen einige Haare gezupft werden. Ich belasse aber immer auch Haare darin, da sie Schutz vor eindringenden Fremdkörpern bieten (insbesondere vor » Grasgrannen im Sommer, die tief in den Gehörgang wandern können). Schüttelt ihr Hund ständig den Kopf, kann dies ein Indiz hierfür sein und Sie müssen ihn dringend dem TA vorstellen.
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2 – Augen

  • Das Augensekret sollte täglich entfernt werden. Hierfür benutzt man am besten ein mit warmen Wasser angefeuchtetes Tuch oder Wattepad (nicht Wattebausch). Bei manchen Hunden ist das Sekret recht flüssig, bei manchen verkrustet es aber auch (wie “Schlafsand” bei uns Menschen), dann weichen sie dies erst etwas ein und lösen es dann vorsichtig. Bei Verdacht auf eine Augenentzündung immer für jedes Auge einen extra Tuch / Pad benutzen, damit sie keine Keime von einem auf das andere Auge übertragen.
  • Die langen Wimpern eines Tibet TerriersBei der Kontrolle der Augen werden Sie bald auch die langen Wimpern entdecken. Die Wimpern können so lang sein, dass mancher Besitzer diese gar nicht mehr als Wimpern wahr nimmt und sie als Teil der normalen Kopfbehaarung sieht. Wer dann den Pony kurz schneidet, und dabei die Wimpern mit abschneidet, provoziert u.U. eine Augenentzündung.
  • Im Sommer sollte möglichst nach jedem Spaziergang die Lidinnenseiten nach » Grasgrannen oder Getreidespelzen kontrolliert werden.
  • Eine Entzündung des Auges sollte vom TA abgeklärt werden.
  • Junge Hunde haben manchmal eine lang andauernde Entzündung der Bindehaut. Ursache sind Follikelbläschen auf der Nickhaut, welche das Auge ständig reizen (Follikulitis). Hier hilft Salben, Salben, Salben (mind. 3x täglich) – ihr TA wird sie beraten. Nachdem bei unserer TT Hündin mehrere Augensalben nicht den gewünschten Erfolg brachten, hat dann “Isopto-Max” super schnell geholfen und die Entzündung ist seitdem auch nicht mehr aufgetreten.

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3 – Lefzen, Gebiss, Zahnfleisch

  • Gebisskontrolle - strahlend weiße Zähne, gesundes ZahnfleischGesunde Zähne sind strahlend weiß, gesundes Zahnfleisch satt-rosa. Junge Hunde kann man gut an das Zähneputzen gewöhnen (mit Hundezahnpasta). Ist ihr Hund schon älter, wird er diese Prozedur wohl nicht mögen. Dann helfen z.B. Nylon-Kauknochen mit Noppen, Zahnpflege-Kauartikel oder auch mal ein trockener Kanten Brot oder ein Kau-Huf.
  • Beginnende Zahnsteinbildung sollte rechtzeitig vom TA entfernt werden, um einer Entzündung des Zahnfleisches vorzubeugen (Anzeichen sind unangenehmer Mundgeruch und gerötetes Zahnfleisch)
  • Dem Hund bricht auch mal ein Zahn ab, ohne dass Sie dies bemerken (Tibeter sind hart im nehmen…) Auch deshalb ist regelmäßige Kontrolle wichtig.
  • Werfen Sie auch einen Blick auf die Lefzenfalte, dies können sich entzünden und sollten dann gereinigt und täglich mit einem Gel (z.B. Gingisan) gepflegt werden
  • Bekommt ihr Tibet Terrier ein Feuchtfutter, ist die Säuberung der “Schnute” mit einem feuchten Waschlappen sehr zu empfehlen (bevor er dies selbstständig auf ihrem Teppich oder Sofa erledigt :-)
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4 – Pfoten und Krallen

  • Da ein Hund sein “Schuhwerk” nicht wechseln kann, ist es wichtig, dass wir ihm hier besondere Pflege und Aufmerksamkeit zukommen lassen. Obwohl er über Kies, heißen Asphalt, gefrorene und manchmal scharfkantige Untergründe läuft als wäre es nichts, reagiert der Hund beim Berühren mit der Hand sehr sensibel. Begutachten sie die Pfoten daher immer sanft und loben Sie ihn wenn er stillhält.
  • Das regelmäßige Kürzen der Krallen sollten sie möglichst selbst tun. Sind sie unsicher, lassen sie es sich beim TA zeigen und versuchen Sie sich dann mit dem Abkneifen von zunächst kleinen Krallenspitzen. Das wird Ihnen das nötige Vertrauen geben. Bei hellen Krallen kann man das rosa “Leben” oft sehen, bei schwarzen Krallen leider nicht.
    Bei schwach pigmentierten Krallen kann man die rosa Blutgefäße (das Leben) gut sehen…..Das Kürzen mit einer speziellen Krallenzange
  • Laufen auf Asphalt kürzt die Krallen auf natürliche Weise, läuft ihr Hund viel auf weichen Naturböden (Wiesen, Wald) müssen sie mit der Krallenzange gekürzt werden
  • Vergessen Sie nicht die Daumenkrallen zu kürzen. Sie werden sonst so lang, dass sie mit der Spitze in das Bein stechen können.
    Gefährlich - zu lang gewachsene Daumenkralle…..Schrittweises vorsichtiges Kürzen mit einer Krallenzange…..
  • Manchmal spalten sich auch die Krallen. Versuchen sie dann vorsichtig das trockene Horn abzuziehen
  • Ein dickes Filzknäuel hatte sich zwischen den Zehen u. Ballen gebildetPrüfen sie unbedingt die Ballenzwischenräume. Hier können sich dicke Haarfilze und -knoten bilden, die mit einer Schere vorsichtig herausgeschnitten werden. Kürzen sie möglichst vorbeugend die Haare an der Unterseite der Ballen.
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  • Im Sommer ist die Kontrolle der Zehenzwischenräume wichtig, hier bohren sich leicht » Grasgrannen durch die dünne Haut und können im Bein weiter nach oben wandern. Ist ihr Hund schmerzempfindlich oder sie sehen einen eitrigen Abszess, könnte dies ein Indiz hierfür sein..
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5 – Kontrolle der Haut und Genitalbereiche

  • Wenn der Hund auf der Seite liegt, kann man die Haare besser teilen und die einzelnen Hautbereiche kontrollieren.
  • Achten Sie auf Zecken und Flöhe, auch wenn Sie mit Halsbändern oder Spot-On Präparaten vorbeugen
  • Beobachten Sie aufmerksam Veränderungen der Haut – wenn diese Fortschreiten den TA konsultieren:
  • Wenn das Haar stumpf und spröde wird, ohne Juckreiz ausfällt und sich die Haut verändert, sind dies oft Anzeichen einer Erkrankung (z.B. der Schilddrüse)
  • Im Sommer (hohe Temperaturen und Luftfeuchte) kann sich ein “Hot spot” bilden – dies ist eine große eitrig feuchte Hautentzündungen (zum TA !)
  • plötzliche kreisrunde kahle Stellen (meist ohne Juckreiz) können von einem Hautpilz verursacht werden (keine kortisonhaltigen Präparate verwenden) (zum TA !)
  • kleine Pusteln können Folge einer allergischen Reaktion sein – zunächst beobachten, ggf. TA
  • ständiges Kratzen vom Kopf über die Ohren, Schulter und Ellenbogenbereich kann durch Milben verursacht werden (TA! – ggf. auch auf Sarcoptesmilben untersuchen lassen)
  • manche Hunde bekommen (Alters-)Warzen oder sogenannte Grützbeutel. Bei einem Grützbeutel füllt sich ein Hohlraum (der sogenannten Kapsel) mit Flüssigkeit. Dies ist erst einmal nicht schlimm. Beobachten Sie dies, puhlen aber nicht daran herum. Beim nächsten TA-Besuch lassen Sie es abklären, ggf. entfernen.
  • fühlen Sie eine reiskorngroße Verhärtung (meist an der linken Seite zw. Hals und Brust ist das mit großer Wahrscheinlichkeit der Mikro-Chip – also keine Sorge
    Geschlechtsorgane:
  • Rüden haben oftmals einen gelblichen Ausfluss – regelmäßige Spülung der Vorhaut (bitte lauwarm – die Jungs mögen das :-) ) beugt einem Vorhautkatarrh vor, welcher (wenn fortgeschritten) vom TA behandelt werden muss. Kontrollieren Sie auch die Hoden auf Veränderungen.
  • Bei Hündinnen das Gesäuge kontrollieren: Während einer Scheinträchtigkeit kann sich Milch bilden – diese nicht durch drücken zum Fließen bringen, aber auf Verhärtungen achten. Bei älteren Hündinnen beginnende Verhärtungen vom TA untersuchen lassen. Dies können kleine Mammatumore sein – rechtzeitiges Entfernen verhindert oft das Voranschreiten der Krankheit. Scheide auf entzündlichen Ausfluss kontrollieren.
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6 – Gewicht, Körpertemperatur

  • Achten sie darauf, dass Ihr Hund nicht zu dick ist. Dies belastet unnötig den Kreislauf und die Gelenke. Da sich übergewichtige Hunde oft zu wenig bewegen, bauen sie Muskulatur ab, und verlieren an Vitalität und Fitness. Spüren Sie erst unter Druck die Rippenbögen, ist ihr Hund zu dick.
  • Natürlich soll der Hund auch nicht zu dünn sein, denn mit zu wenig Aufnahme an Nahrung entsteht auch ein Defizit in der Versorgung des Körpers mit Vitaminen und Mineralstoffen
  • Kontrollieren Sie auch ab und zu die Körpertemperatur. Die Normaltemperatur liegt zwischen 38,0°C – 38,8 °C, also etwas höher als beim Menschen. Gemessen wird rektal (im Stehen oder Liegen) am besten mit einem elektronischen Fieber-Thermometer (dauert nur einige Sekunden), geben Sie auf die Spitze des Messgerätes etwas Vaseline (dann merkt ihr Hund so gut wie nix)
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7 – Analdrüsen

  • Direkt Unterhalb des Afters befinden sich links und rechts die erbsengroßen Analdrüsen. Diese sondern normalerweise mit jedem Kotabsatz etwas Sekret ab (und ist das, was das Häufchen für Artgenossen so interessant macht). Die Funktion der Analdrüsen kann jedoch manchmal gestört sein kann. Die Drüsenöffnungen sind teilweise oder ganz verschlossen, das Sekret staut sich und verdickt. Dann kommt es im Afterbereich zu entzündlichen Schwellungen, diese sind schmerzend und mit Juckreiz verbunden. Wenn der Hund auf dem Popo rutscht und “Schlitten fährt”, sollte spätestens gehandelt werden. Unbehandelt können sich schwere Entzündungen bilden. Der TA wird die Analdrüsen ausdrücken und ggf. spülen.
  • Lassen Sie sich das Ausdrücken vom Fachmann zeigen, denn Sie können dies eventuell regelmäßig selbst zuhause tun, und somit dieser unangenehmen Sache vorbeugen. Sind sie aber unsicher, lassen sie es besser vom TA machen – aber bitte regelmäßig und nicht zu lang warten.

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Mein Tipp: Legen Sie sich ein “Eintrage-Büchlein” für ihren Tibet Terrier an. Es genügt ein kleines Heft, in das Sie zunächst die “Normaldaten” wie, Gewicht, Temperatur, Futtermenge eintragen. Dazu kommen die Daten der Impfungen, Wurmkuren und Präparate gegen Parasiten. Notieren Sie wie ihr Hund darauf reagiert hat (Positives und Negatives), wie lange und gut das Präparat gewirkt hat.
Wiegen Sie ihr Futter – bei jeder Sorte neu – und achten Sie auf Akzeptanz und Verträglichkeit. Zur Eigenkontrolle sammeln Sie einmal alle Leckerchen, die Sie ihrem Hund über den Tag verteilt geben (eines für den Hund und eines auf das Sammelhäufchen). Sie werden vielleicht staunen, was da zusammen kommt… Schreiben Sie auch auf, was der Hund ggf. nicht so gut vertragen hat.
Bei Hündinnen trägt man die Läufigkeiten ein, deren Dauer und Abstände. Außerdem beobachten Sie sie die darauf folgenden 3 Monate und halten Veränderungen fest (Aktivität, Ruhephasen, Appetit, Verhalten).
Das kann wirklich sehr hilfreich sein, vor allem wenn sich Veränderungen bei ihrem Hund nicht von heute auf morgen zeigen, sondern langsam auftreten. Mann meint, man kann sich alles merken, tut man aber nicht – gerade für Zeitabstände hat man oft nicht das exakte Gefühl. Sie kennen das sicherlich “Ja, wie war das jetzt noch mal genau…?”

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