Hüftgelenksdysplasie (HD)

Was ist HD?

Bei der Hüftgelenksdysplasie (HD) handelt es sich um eine Verformung im Hüftgelenk. Meistens sind beide Hüftgelenke betroffen, aber auch Fälle von einseitiger Dysplasie sind bekannt.

Röntgenaufnahme des Hüftgelenkes bei einem Tibet Terrier

Röntgenaufnahme des Hüftgelenkes bei einem Tibet Terrier

Die Diagnose der HD wird durch die Auswertung einer Röntgenaufnahme gestellt. Hier werden strukturelle Veränderungen im Hüftgelenk erkennbar.

Wie sieht ein gesundes Hüftgelenk aus?

Röntgenaufnahme Tibet Terrier Hündin HD-frei (HD-A)

Röntgenaufnahme Tibet Terrier Hündin HD-frei (HD-A)

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Ein gesund geformtes Hüftgelenk besteht aus einem glatten, runden Oberschenkelkopf, der tief in der Gelenkpfanne sitzt. Er wird durch eine stabile Gelenkkapsel, feste Bänder und der umliegenden Muskulatur in seiner Position gehalten.

Bei einem HD-freien Hund umschließt die Gelenkpfanne den Oberschenkelkopf zur die Hälfte. Beide sind konvergent, d.h. sie passen genau zueinander, nichts kann in der Bewegung aneinander reiben.

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Veränderung eines dysplastischen Hüftgelenkes:

In der Wachstumsphase des Hundes kommt es zu einer Fehlentwicklung des Gelenkes. Diese beginnt mit der unzureichenden Ausbildung der Gelenkpfanne. Der Oberschenkelkopf findet nicht genügend Halt und die Bänder lockern sich, wodurch es zu weiteren degenerativen Um- und Abbauprozessen im Gelenk kommt. Dies führt zu einer fortschreitenden Instabilität des Gelenkes. Die abgeflachte Gelenkpfanne gibt dem verformten Oberschenkelkopf kaum noch Halt. Dehnung und Zerrungen an der Gelenkkapsel und entzündliche Veränderungen an den Knochenansätzen (Arthrose) sind die Ursache für die Schmerzen in der Bewegung und Lahmheiten in der Hinterhand. (Gelenkkopf, -pfanne und Gelenkknorpel selbst sind schmerzunempfindlich)

einseitige schwerste HD

einseitige schwerste HD

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Diese Aufnahme zeigt die Hüften eines Tibet Terriers mit einseitig schwerster HD. Der rechte Oberschenkelkopf sitzt nicht mehr in der Gelenkpfanne. Diese ist deutlich abgeflacht. Der Oberschenkelhals ist verdickt. An verschiedenen Stellen im Hüftgelenk sind bereits knöcherne Zubildungen / Arthrosen  sichtbar (gelbe Pfeile).

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Symptome

Vorweg: Da der Tibet Terrier nicht zu den großen, schweren und schnellwüchsigen Rassen gehört, ist die Prognose für ein schmerz- und beschwerdefreises Leben trotz HD positiv. Zudem wird die Diagnose “schwere HD” bei unserer Rasse nicht oft gestellt.

Symptome können sein:

  • mühsames Aufstehen nach längeren Ruhephasen
  • die ersten Schritte fallen ihm sichtbar schwer
  • kleinere Schritte mit steifer Hinterhand
  • bei Spaziergängen ist er nicht so ausdauernd und legt öfters Pausen ein

Hunde mit schwerer HD zeigen erste Symptome manchmal bereits im 5. – 10. Lebensmonat, was die Besitzer natürlich sehr beunruhigt. Es hat aber gezeigt, dass diese schmerzhaften Symptome sich beim erwachsenen Hund wieder verlieren können. Bevor also ein operativer Eingriff erfolgt, können Behandlungen die das Gelenk kräftigen und die Bildung von Arthrosen verlangsamen einen guten und nachhaltigen Therapieerfolg bringen.

Tibet Terrier mit leichter HD sind schmerz- und beschwerdefrei, selbst Tibet Terrier mit mittelschwerer HD zeigen oft klinisch jahrelang keinerlei Symptome. Erst im Alter bemerkt man Einschränkungen in der Beweglichkeit verursacht durch Entzündungen im Gelenk.

Gut für den betroffenen Hund:

  • regelmäßige Bewegung; nicht einmal am Tag eine große Runde, sondern mehrmals täglich kleinere Spaziergänge (Muskulatur ist wichtig), leichtes Lauftraining
  • keine Spiele, wo der Hund abrupt stoppt oder Haken schlägt (z.B. Ball werfen und fangen)
  • Heranwachsende Hunde sollten nicht auf rutschigen Böden rennen und spielen, Treppen steigen in einem normalen Rahmen.
  • Übergewicht vermeiden, gesunde Ernährung

Erblichkeit:

Die Veranlagung zu HD ist erblich. Bisher ging man davon aus, dass mehrere Gene für die Vererbung der HD verantwortlich sind. In 2008 gelang jedoch am Institut für Tierzucht an der Tierärztlichen Hochschule Hannover erstmals der Nachweis, dass ein dominantes Hauptgen neben weiteren polygenen Komponenten für die HD verantwortlich ist.

In einem gewissen Grad können auch umweltbedingte Ursachen (Haltungsbedingungen und Fütterung ) für den Ausprägungsgrad der HD verantwortlich sein.

Zuchthygienische Maßnahmen in Deutschland:

Unsere Rasse hat im Vergleich zu anderen eine recht geringe Disposition zur Ausbildung einer HD. Trotzdem schenken die Züchter und Zuchtvereine der weiteren Bekämpfung hohe Aufmerksamkeit.

Alle Zuchttiere müssen vor der Zuchtverwendung auf HD untersucht werden. Dies geschieht in Form einer Röntgenaufnahme der Hüften unter (Kurz-)Narkose. Die korrekte, völlig symmetrische Lagerung ist sehr wichtig. Das offizielle HD-Röntgen sollte daher nur von erfahrenen Tierärzten vorgenommen werden. Die Aufnahme wird zu einem zentralen Gutachter geschickt, der die Aufnahme mit A bis E befundet.

A = HD-frei
B = HD-Verdacht (Übergangsform)
C = leichte HD
D = mittlere HD
E = schwere HD

Erlaubt ist die Zucht mit Hunden, die mir HD-A und HD-B ausgewertet wurden, mit Auflagen auch mit HD-C.

Artikel: Der Tibet Terrier

Thema: Erziehung

Artikel: Fellfarben

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